·

Die beste Hilfe entsteht lange vor dem Einsatz

Quellen: Notfallrettung - Kreisverband Wolfach e.V + LKA MV

Mit dem Projekt MERP verzahnen Polizei, DRK und Luftrettung ihre Abläufe für gefährliche Einsatzlagen

Solange ein bewaffneter Täter die Lage beherrscht, darf der Rettungsdienst nicht zu den Verletzten. Für diese Lücke trainieren Polizei, DRK und Luftrettung künftig zusammen. Am 20. Juli 2026 startet das Projekt MERP in die Realisierungsphase, gefördert von der DRF Stiftung Luftrettung.

Polizeiliche Einsatzlagen mit einer hohen Gefährdungslage, in denen medizinisches Personal zur Versorgung von schwerverletzten Personen nicht unmittelbar zum Einsatz kommen kann, sind glücklicherweise selten. Dennoch ergeben sich für Einsatzkräfte daraus besondere Risikofaktoren.

In den letzten Jahren hat sich die weltweite sowie auch landesweite Sicherheitslage stark verändert. Terrorismus, Amoktaten, hybride Bedrohungen und Sabotage stellen die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) vor besondere Herausforderungen.

Vernetzte Zusammenarbeit in besonderen Einsatzlagen

Vor diesem Hintergrund sollen Polizei, Rettungsdienst, Luftrettung und Katastrophenschutz enger verzahnt und organisatorische wie medizinische Abläufe einsatztaktisch aufeinander abgestimmt werden. 

Ziel ist es, dass die „Räder Polizei und Rettungsdienst ineinandergreifen“. Das gilt vor allem in Lagen, in denen der Rettungsdienst aus Gründen der Eigensicherung nicht sofort tätig werden kann, wie zum Beispiel bei einem Amoklauf eines bewaffneten Täters in einem Einkaufszentrum oder einer Schule. Schwerverletzte können in einem solchen Fall vor Ort nicht durch die Rettungskräfte behandelt werden, so lange der oder die Täter nicht festgenommen und die Gefahrenlage durch die Polizei bereinigt wurde.

Die medizinische Erstversorgung erfolgt in diesen Lagen durch Polizeikräfte, insbesondere durch die ettungssanitäter der Landespolizei sowie durch die Einsatzsanitäter der Spezialeinheiten des Landeskriminalamts (LKA). Die Verletzten werden im Anschluss entweder aus dem Gefahrenbereich verbracht und an den regulären Rettungsdienst übergeben oder dieser übernimmt - nach endgültiger Beseitigung der Gefahrenlage - die Versorgung im inneren Einsatzraum. 

Das Projekt „MERP“ knüpft genau hier an. Unter Koordinierung des LKA Mecklenburg-Vorpommern wird ein Qualifizierungs‑ und Kooperationsprojekt mit den Projektpartnern DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige GmbH (DRF Luftrettung) und dem DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (DRK-Landesverband) umgesetzt, das die medizinische Zusammenarbeit von Polizei und Rettungsdienst optimal auf solche polizeilichen Einsatzlagen abstimmt. 

Der DRK-Landesverband und die DRF Luftrettung unterstützen als fachliche Partner mit ihrer Erfahrung und Expertise in der präklinischen Notfallversorgung, im Katastrophenschutz und in der Ausbildung – sowohl am Boden als auch in der Luft. Als Teil der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr sind sie ein wichtiges Bindeglied für eine aufeinander abgestimmte medizinische Einsatztaktik und tragen Sorge dafür, dass im Ernstfall jede Kraft weiß, wofür sie einsteht. 

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und läuft bis Ende Februar 2028. 

Klares Projektziel mit fundierten Ergebnissen für alle Projektbeteiligten

Ziel des durch die DRF Stiftung geförderten Projekts ist die Verbesserung der Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Polizei in einem miteinander verzahnten standardisierten Hilfeleistungssystems.

Dieses Ziel soll erreicht werden u. a. über 

  • Die Aus‑ und Fortbildung der Polizei über die reguläre Erste‑Hilfe‑Ausbildung hinaus (taktische Erstversorgung),
  • die Aus‑ und Fortbildung von Rettungsdienst, Luftrettung und Katastrophenschutz durch Workshops und gemeinsame Trainings,
  • die Entwicklung von Leitlinien, Handlungsempfehlungen bzw. SOPs (Standard Operation Procedures) für die Polizei mit Nutzung durch Rettungsdienst und Katastrophenschutz,
  • die Durchführung einer gemeinsamen, realitätsnahen Abschlussübung zu einer polizeilichen Einsatzlage mit medizinischem Schwerpunkt 

Die Abschlussübung wird den Höhepunkt des Projekts darstellen. Die Übung wird sich an einer realen Bedrohungslage orientieren und im geschützten Rahmen zeigen, wie gut die neu geschaffenen Abläufe greifen. 

Die Ergebnisse dieser Übung werden fachlich ausgewertet, um Stärken sichtbar zu machen und Verbesserungspotenziale klar zu benennen. Auf diese Weise entsteht ein Lernkreislauf, der über den Projektzeitraum hinaus wirken soll. 

Darüber hinaus wird während des Projekts, in den Workshops, ein besonderes Augenmerk auf realitätsnahe Trainings (Notfalldarstellung, Einsatzmaterial, Szenarien) sowie einen intensiven organisationsübergreifenden und Netzwerkbildung gelegt. 

Gemeinsam legen DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige GmbH, DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. und LKA MV mit Beginn der Realisierungsphase des Projekts am 20. Juli 2026 den Grundstein für einen gegenseitigen Lern- und Qualifizierungsprozess, kooperativ und über Organisationsgrenzen hinweg, innovativ und zukunftsorientiert, zum Nutzen aller. 

 

Unterstützen Sie jetzt ein Hilfsprojekt mit Ihrer Spende Spenden